Zielstellung

Die im Jugendhaus "cafe contact" geleistete Jugendsozialarbeit will Lebens- und Orientierungshilfe für junge Menschen anbieten. Gerade in dieser Lebensphase, die von Identitätsfindung, Berufswahl, Partnerwahl und anderen wichtigen Lebensentscheidungen gekennzeichnet ist, wirken sich gesellschaftliche und persönliche Benachteiligungen besonders negativ aus und behindern ihre Entwicklung und Lebensperspektiven.

Durch sozialpädagogische Begleitung und jugendgemäße Freizeit- und Beschäftigungsangebote sollen den Jugendlichen Erfahrungen von Selbständigkeit, Lebensfreude und Gemeinschaft ermöglicht werden. Ebenso geht es darum, gemeinsam Perspektiven zu suchen und diese durch Motivation sowie Stärkung des Selbstvertrauens umsetzen zu helfen.

Die Erfahrung, daß Gott sich vor allem den Benachteiligten vorbehaltlos zuwendet, soll in den Arbeitsmethoden und Angeboten der Mitarbeiter erkennbar sein. So kann auch der christliche Glaube zur Orientierungshilfe für den Einzelnen werden.
Der bewußte Verzicht auf Alkoholausschank im "cafe contact" hat verschiedene Gründe. So ist er zunächst als ein alkoholfreies Angebot unter anderen Angeboten mit oder mit begrenztem Alkoholausschank zu verstehen und trägt dadurch zur Pluralität der Angebote für Jugendliche in unserer Stadt bei. Darüber hinaus werden die Jugendlichen für dieses Thema sensibilisiert und zur Diskussion angeregt. Ganz andere Dinge und Inhalte werden plötzlich wichtig, wenn Alkohol nicht im Mittelpunkt steht. Nicht nur für Jugendliche mit Alkoholproblemen konzipiert, ermöglicht diese Regel ebenso nicht irgendeinem Gruppenzwang erliegen und mittrinken zu müssen.


Arbeitsmethoden und Angebote


Das "Offene Tür"-Angebot des Jugendhauses bildet die Grundlage für die Arbeit mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Es besteht vor allem aus dem "cafe contact", das an 6 Tagen in der Woche geöffnet ist. Hier findet die Kontaktaufnahme und Kommunikation zwischen arbeitslosen und sozial benachteiligten Jugendlichen untereinander und den Sozialarbeitern/Sozialarbeiterinnen des Projektes in einem "unauffälligen" Rahmen (niedrigschwelliges Angebot) statt.
Mitarbeiter/innen beraten zu Fragen der Arbeitslosigkeit und zu Fragen des Lebens überhaupt.

Wechselnde Angebote geben dem "cafe contact" den Charakter eines"Offenen Jugendhauses":

  • soziale Einzelbegleitung
  • Kultur- und Gesprächsangebote
  • Freizeitfahrten und Gruppenerlebnisse
  • Frühstücksangebot
  • Bandarbeit
  • Freizeit- und Keramikwerkstatt
  • Bewerbungstraining
  • Sportangebote
  • Musikveranstaltungen u.v.a.m.


Zusätzlich stehen in den Öffnungszeiten des "cafe contact" eine Tischtennisplatte, ein Billardtisch, zwei Kicker, Brett- und viele andere Spiele u.ä. zur ständigen Verfügung.

Durch all dies wird verhindert, daß das Jugendhaus "cafe contact" aus der Sicht der Jugendlichen ein "Haus für Problembeladene" wird.
Die Öffnungszeiten am Vormittag mit Frühstück und die Beratung sind speziell auch für Arbeitslose gedacht, die damit aus der häuslichen Einsamkeit herausfinden können.
Darüber hinaus gehört die Kontaktaufnahme zu Jugendlichen außerhalb des Hauses mit zu den Aufgaben der Sozialarbeiter/innen des "cafe contact".

Innerhalb der Öffnungszeiten gibt es außerdem Angebote, welche in besonderer Weise Ideen und Wünsche der Jugendlichen spontan aufgreifen. Das ist der Lebensart junger Menschen angemessen und gibt ihnen die Möglichkeit, eigene Freiräume auch kurzfristig aktiv zu gestalten.

Über die Arbeit des Offenen Jugendhauses hinaus hat sich der Ev. Kirchenkreis mit einem Modellprojekt aktiv an der beruflichen Wiedereingliederung schwervermittelbarer Jugendlicher beteiligt. Die Ergebnisse und Erfahrungen sind in einer Dokumentation dargestellt und werden auf Anfrage in Beratungsgesprächen an andere Träger der Jugendberufshilfe weitergegeben.